Das Linzer TV-Projekt "dorf tv" hat sich vor einer Woche in seiner Talksendung mit dem Verhältnis zwischen neuen Protestbewegungen und deren Distanz zu den klassischen alternativen Rundfunkmedien auseinandergesetzt. Eingeladen war dazu Gerhard Kettler, Programmkoordinator beim Freien Radio in Wien orange 94,0, vormals Herausgeber der Zeitschrift TATblatt, der unter nochrichten.net bloggt.
Die sozialen und politischen Protestbewegungen haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend ins Internet verlagert.
Nicht zuletzt im Zuge des "arabischen Frühlings" ist der Eindruck entstanden, Soziale Medien wie "Twitter" oder "Facebook" seien die zeitgemäßen und wohl unangefochtenen Sprachrohre der "Protesters".
Otto Tremetzberger (dorf tv) und Gerhard Kettler (orange 94,0 und ehemaliger Mitherausgeber der Zeitschrift TATblatt) gehen der Frage nach, welche Rolle die "traditionellen" "Freien Medien" in diesem Zusammenhang spielen, spielen können und spielen sollen.
Noch vor 11 Jahren hat das Wiener Freie Radio "Orange 94,0" eine wesentliche Rolle bei den Protesten gegen die damalige Schwarzblaue Bundesregierung gespielt. Orange 94,0 war selbst Teil einer Bewegung und von den damaligen "Protestes" sowohl aktiv als auch passiv als Kommunikationsplattform & Sprachrohr genutzt. Tatsächlich hat das damalige Engagement von Orange 94,0 in Wien oder Radio FRO in Linz das Bild von "Freien Medien" in der (politischen) Öffentlichkeit nachhaltig geprägt.
Im Gegensatz dazu ging die Unibrennt-Bewegung von 2008 weitgehend an den Freien Radios oder okto tv in Wien vorbei. Ähnliches ist auch bei der "Occupy" Bewegung zu bemerken. Anders als noch 2000 und 2001 wurden und werden von den AktivistInnen einer "neuen Generation" anstelle "Freie Medien" weitgehend (kommerzielle) Internetplatformen wie youtube genutzt.
Hier gehts zur Aufzeichnung vom Mittwoch 28.12.2011: https://www.dorftv.at/videos/dorf-gespraech/3200
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